Geistiges WirrWarr und The Fray

Skyline von Hamburg - mit ADS

Meine letzten Tage und Wochen waren sehr turbulent. Es hat sich einiges getan und ich Suche intensiver denn je nach meiner inneren Mitte.

Ich habe mich mit der Thematik der inneren Mitte vor einigen Jahren intensiver auseinandergesetzt, jedoch nie wirklich darüber nachgedacht, wie diese eigentlich zu finden ist und warum sich viele – vor allem ich – so schwer damit tun, diese zu finden.

ADHS bringt Vor- und Nachteile

Menschen mit ADHS haben sicher ihre defizite im Vergleich zum „normal“ denkenden Menschen. Jedoch ist dies sicher nicht nur auf ADHS zu beschränken. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Bei mir sind dies jedoch zwei extreme. Es gibt bei mir keine „Mitteldinger“. Entweder ich mache etwas aus voller Überzeugung, oder ich lasse es. Es gibt jedoch auch Momente im Leben, in denen ich meine „darauf habe ich keine Lust“ Einstellung über den Haufen werfe und in den sauren Apfel beiße.

Warum ich das mache? Ich habe früh gelernt, dass man nicht Aufgeben darf – niemals. Scheint ein Kampf auch noch so aussichtslos – aufgeben ist das schlimmste, denn wer aufgibt hat nie die Chance, einen Kampf zu gewinnen.

Also warum nicht für das Kämpfen, für das es sich zu kämpfen lohnt? Solche Erfahrungen können einen innerlich zerreißen. Wichtig ist, auch aus Niederlagen einen persönlichen Sieg zu erringen.

Denn aus den Erfahrungen einer Niederlage lernt man und im besten Fall, macht man diesen Fehler kein zweites Mal. Mit ADHS jedoch macht man gerne auch Fehler mehr als einmal, bis man aus ihnen lernt.

Ein passendes Zitat dazu gibt es in dem Film „360“. Ein klasse Werk. Abseits vom typischen Hollywood-TamTam. Lasst das Zitat einfach mal auf euch wirken:

Ein weiser Mann hat einmal gesagt: ‚Wenn ein Weg eine Gabelung hat, dann nimm sie.‘ Nur hat er nicht gesagt, welche Richtung man einschlagen soll.

Jedoch ist nicht jede Niederlage gleich ein Fehler. Fehler machen das Menschliche in uns aus und machen uns zu dem was wir sind: Fühlende Wesen. Dies sollte man niemals vergessen. Und auch sollte man niemals vergessen, dass auch andere Menschen in unserer Umgebung fühlende Menschen sind.

Mir fällt es oft schwer zu verstehen, dass ich mit meiner Art auch Menschen verletzten kann. Ich beabsichtige dies nicht einmal. Vielleicht habe ich auch einfach ein viel zu dickes Fell. Ich überlege mir in diesen Momenten immer: Wie würde ich auf solch eine Ansage reagieren? Wäre ich verletzt? In den meisten Fällen verneine ich dies stets. Doch am Ende wundere ich mich wieder einmal mehr darüber, dass ich einen Menschen verletzt habe oder meine Worte diesen Menschen mehr mitgenommen haben, als ich es beabsichtigt habe.

Emotionales Auf und Ab

Das negative Emotionen und Gefühle sehr stark sein können, zeigt die Geschichte der Menschheit deutlich auf. Ich selbst bin nicht nur in eine Richtung extrem. Meine Gefühlswelt sind zwei extreme, die aufeinandertreffen. Zum einen sind dort starke positivie Gefühle und Emotionen und zum anderen ist da eben auch die Gegenseite.

Es ist dieses typisches „Himmelhochjauchzend und Tiefdeprimiert“. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mich selbst nicht als depressiv beschreiben würde. Ich genieße das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Jedoch projeziere ich Gefühle sehr stark auf meine Mitmenschen. Ich kann mich nicht verstellen und eine gute Miene zum bösen Spiel machen.

Somit bekommt man Gegenüber dann auch die volle Packung ab. Oftmals auch vollkommen unbeabsichtigt.

Im Nachhinein bereue ich dies dann immer. Ich will meine Mitmenschen natürlich nicht verletzen. Mir fehlt in diesen Momenten dann auch einfach das Fingerspitzengefühl.

Andersrum ist es dann aber genauso. Wenn ich positive Gefühle / Emotionen für einen Menschen entwickel, lasse ich es diesen dann auch im vollen Umfang spüren. Es prasselt eine förmliche Welle von Emotionen, Gedanken und Gefühlen auf mein Gegenüber ein. Ich denke ich brauche an dieser Stelle nicht erwähnen, dass das die meisten Mitmenschen nahezu überfordert.

Es gibt wenig Menschen die mit so einer Art zurecht kommen. Dies ist vielleicht auch einer der Gründe, warum Menschen mit ADHS oftmals persönliche Bindungen meiden. Viel zu groß ist die Angst offen seine Gefühle zu zeigen um dann abgewiesen zu werden.

Was man dabei nicht bedenkt, ist die Tatsache, dass das Gegenüber diese Gefühle gerne mit einem teilen würde. Jedoch einfach die Zeit braucht, diese zu verarbeiten, zu verstehen und am Ende auch zu erwiedern. Doch soviel Zeit haben wir Menschen mit ADHS nicht. Wir wollen alles sofort und mit mindestens 120%.

Sobald das Gegenüber dann ein wenig Gefühle zeigt und Interesse zeigt, schlägt der ADHS Mensch dann komplett zu: Es folgen Lobeshymnen auf das Gegenüber, Emotionen die das Gegenüber nicht begreift und die Person fühlt sich sehr schnell in eine Ecke gedrängt.

Für unser Gegenüber wirkt das ganze wie ein Güterzug, der mitten in der Nacht auf einen selbst zurollt. Übergroß, mächtig, erdrückend. Es gibt keine Chance diesen Zug aufzuhalten. Der Verstand sagt: Spring runter von diesem Gleis.

Der Verstand übertönt das Herz. Denn das Herz spürt die Wärme und die Nähe und würde gerne sagen: „Wir fahren mit! Ganz egal wohin.“

Nur welcher normale Mensch mit Verstand hört schon auf sein Herz?

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Hintergrund „The Fray“. Theoretisch könnte ich jeden Song der Band hier posten. Jedoch hat es mir ein Song besonders angetan:

Ein Blick in einen ADHS Kopf

Ich erwische mich oft dabei, wie ich in Gedanken versunken bin. Und intensiv nachdenke, obwohl neben mir Freunde und Bekannte sitzen.

Das passiert auch gerne mal Abends, wenn die Wirkung von Medikinet nachlässt oder ich Alkohol getrunken habe. Ja die Kombination aus Medikinet und Alkhol ist nicht gut. Das habe ich mittlerweile auch festgestellt.
Weiterhin habe ich festgestellt, dass ich die Medikamente auch „nur“ im Arbeitsalltag brauche. Privat, beim Sport oder beim zusammensitzen mit Freunden brauche ich keine Dosis. Weiterlesen…

Lebenszeichen

Lange gab es keinen Beitrag mehr von mir. Dies soll sich heute ändern. Mittlerweile habe ich die ersten zwei Packungen Medikinet aufgebraucht. Mir fiel leider erst Ostern auf, dass ich keine Tabletten mehr habe. Somit musste ich ein wenig improvisieren. Weiterlesen…

40mg morgens und 10mg nachmittags

Einsteinkombination

Nachdem ich jetzt knapp eine Woche mit 40mg Medikinet über den Tag gekommen bin, merkte ich relativ schnell, wie sich Abends das Blatt wendete. Ich wurde nervös, unkonzentriert und hatte leichte Magenprobleme.

Ich habe dann, wie es mir von meinem Arzt empfohlen wurde, zusätzlich 10mg am Nachmittag genommen. Die Verbesserung trat am ersten Tag ein. Mir ging es Abends deutlich besser und die Magenprobleme verzogen sich. Auch die Konzentration, gerade in den Nachmittagsstunden verbesserte sich deutlich. Nach nun knapp einem Monat unter dem Einfluss von Medikinet fällt mein Fazit mehr als positiv aus. Selbst Freunde und Bekannte spüren einen Unterschied. Ich bin natürlich kein anderer Mensch geworden, die Wandlung geht eher ins positive. Weiterlesen…

40mg Dosis Medikinet in der vierten Woche

London Reise mit ADHS

Nun ist es also soweit. Seit Sonntag probiere ich mich an der 40mg Dosis. Mich ereilte am Sonntag dann auch wieder schnell die Erkenntnis: Meine Muskeln entspannen sich und irgendwie bin ich, was Bewegungen angeht, leicht schwerfällig. Hinzu könnte allerdings auch kommen, dass ich von Donnerstag auf Freitag Abends ein Firmenevent hatte und in der Nacht zu Freitag nur 5 Stunden Schlaf gefunden habe. Ich hatte Freitag zwar frei gehabt, musste aber in der früh noch zum Zahnarzt. Weiterlesen…

30mg Dosis Medikinet – Konzentration³

Medikinet 30mg Dosis

Die ersten zwei Wochen mit Medikinet sind vorbei. Es wird Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen. Die anfängliche Dosis von 10mg wirkte zwar schon recht gut, merklich besser wurde es allerdings erst mit 20mg. Weiterlesen…

Kraftklub singen über ADHS / Ritalin / Medikinet

Ein wenig kritisch – zugegeben. Der Song mag einem auch nicht direkt aus der Seele sprechen. Aber dennoch ein angenehmer Song, allerdings ein schlecht recherchierter Song, denn wie eine neue Studie zeigt, leidet immer noch ein großteil der Erwachsenen, die im Kindesalter unter AD(H)S litten, auch weiterhin unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.